Hallo zusammen,

leider ist unsere Zeit in Ho Chi Minh nun vorbei. Nachdem wir unseren Aufenthalt dort um eine Woche verlängert haben, verlassen wir nun diese wunderschöne, belebte Stadt Richtung Kambodscha – dieses Mal zum ersten Mal mit dem Bus, man darf gespannt sein, wie das läuft.

In unseren letzten Tagen hier haben wir weiter die Stadt erkundet, leckeres Essen gegessen (sehr viel davon sogar) und haben einen Tagestrip zu den Chu Chi Tunnels und ins Mekong Delta gemacht.)

Los ging es morgens um 7 Uhr, was für uns und im Urlaub beinahe ungnädig früh ist. Aber tapfer wie wir nunmal sind, haben wir es pünktlich dorthin geschafft und sind mit acht anderen reiselustigen Urlaubern  gestartet. Wir fuhren zuerst zu den sogenannten Chu Chi Tunneln, die etwa 70 km entfernt von Ho Chi Minh liegen. Bei den Tunneln handelt es sich um ein Tunnelsystem, in dem sich die Partisanen im Vietnamkrieg versteckten. Viele Menschen verlagerten ihr komplettes Leben unter die Erde, zum Schutz vor den amerikanischen Soldaten und als Versteck. Die Tunnelsysteme hatten verschiedene Tiefen, von drei Metern bis zu 9 Metern reichen sie in die Erde und sind gut durchdacht gewesen, mit Fallen für feindliche Soldaten, einem eigenen Abzugsystem für Rauch und Zugangspunkten zu Wasser. Die Chu Chi Tunnel sind heute ein beliebtes Touristenziel, weshalb es dort ziemlich voll war. Es war beeindruckend, sich vor Augen zu führen, was diese Menschen mit den einfachsten Werkzeugen erbaut haben. In diesen Tunneln fand deren gesamtes Leben statt – es gab Küchen, Besprechungszimmer und sogar Operationen fanden unter der Erde statt.

Vietnamesen sind größtenteils eher kleiner, sowie fast alle Asiaten. Zur damaligen Zeit waren sie nochmal kleiner sowie schmaler, was auch an der Unterernährung lag. Die Tunnel sind also für uns Europäer kaum zu betreten. Es wurden deshalb etwas größere Tunnelgänge gebaut, die dennoch sehr eng belassen sind, um den Touristen einen Eindruck davon zu geben, wie es sich anfühlte dort zu leben und sich fortzubewegen. Manche Teile der Tunnel waren nur durch Kriechen oder gebückte Körperhaltung zu erreichen, so waren die Vietnamesen ihren Feinden gegenüber klar im Vorteil. Auch wir haben uns in eines der Tunnelsysteme gewagt und kamen zeitweise echt ins Schwitzen. Nicht nur, dass wir gemerkt haben, wie stickig und feucht die Luft wurde, sondern es fiel uns auch teilweise schwer, uns fortzubewegen. Finn hatte da nochmal mehr Schwierigkeit als Canan (no shame, er ist ja einfach viel größer). Für ihn war es dadurch bedrückender und er überlegte kurz, ob er lieber umdreht. Auch Canan musste in gebückter Haltung durchkriechen. Wenn man bedenkt, dass wir lediglich 2 Meter zurückgelegt haben im Tunnel und die eigentlichen Tunnel mehrere Hundert Kilometer lang sind, ist das ein Witz. Es war eine herausfordernde aber bereichernde Erfahrung und wir haben viel gelernt. Vor allem über die Willenskraft, den Mut und die Überzeugung, mit der die Vietnamesen von Chu Chi dieses Tunnelsystem erbaut haben.

Danach ging es weiter ins zwei Stunden entfernte Mekong Delta. Das Mekong Delta ist ein großes Labyrinth aus Sümpfen, Flüssen und Inseln im südlichen Vietnam. Das wichtigste Transportmittel ist hier das Boot, mit dem auch wir uns fortbewegt haben. Der Fluss ist riesig und sehr breit und hat braunes Wasser, was nicht verschmutzt ist sondern laut unseres Guides einfach diese Farbe hat. Man fährt durch die schmalen Flussäste umgeben von Palmen und saftigem Grün und Wasserkokosnüssen, die aussehen wie Blüten. Wir hatten dort Lunch und haben uns eine Art Mini Zoo angesehen, wo es Krokodile, Schlangen und Frösche sowie Stachelschweine zu sehen gab. Tat uns jedoch leid, da die Tiere dort nicht in grünen schönen Gehegen gehalten werden, sondern alles recht kahl ist.

Daraufhin sind wir eine Runde mit dem Fahrrad durch die Gegend gefahren. Canan musste sich keine Sorgen machen, dass wir sie verlieren, da sie das einzige Fahrrad hatte, das konstant quietschte. Es gab eine Anaconda, die man sich über die Schulter legen konnte. Normalerweise werden wir immer direkt panisch und sagen schnell „oh no thank you.“ Aber aus unerklärlichen Gründen packte Canan dieses Mal der Mut. Vielleicht lag es daran, dass wir in einer coolen Gruppe unterwegs waren, oder sie hatte einen guten Tag. Man weiß es nicht, jedenfalls meinte sie aus dem Nichts „ok ich mach das jetzt“. Gesagt getan wurde ihr die große Schlange um den Kopf gelegt. Finn versuchte fleißig Bilder zu machen, was sich aufgrund des ängstlichen, beinahe panischen Gesichtsausdrucks von Canan als nicht so einfach erwies. Das Problem ist nicht die Schlange an sich. Diese fühlte sich ganz fantastisch und ungewohnt an. Das Problem ist der Kopf der Schlange, der sich ab einem bestimmten Punkt sicher auf deinen Körper zubewegt. Wir alle kennen sie, Videos von Schlangen, die URPLÖTZLICH ihren Mund aufreißen und zubeißen. Auch bei Canan ist dieses Bild fest verankert, sodass sie die Schlange wieder ablegte, als sie merkte, dass sich ihr Kopf gen menschlichen Körper zubewegte. Die Fotos zeigen ihre „Freude“. Es war dennoch eine tolle Erfahrung, ein so faszinierendes Wesen zu halten.

Wir probierten danach Rice Wein und Reis-Schlangen Wein. Etwas makaber, wenn man bedenkt, dass wir lebendige Schlange definitiv bevorzugen. Allerdings ist es eine einheimische Spezialität Reiswein aus einem Gefäß zu trinken, in dem eine tote Schlange liegt. Canan fragte natürlich direkt, ob die noch leben (genau…manchmal gibt es Momente…).

Alles in allem hatten wir einen tollen, bereichernden und informativen Trip. Wir haben den letzten Tag nochmal ruhig angehen lassen mit Gym, packen und entspannen. Abends sind wir nochmals auf den Cambodian street food market gegangen, wo wir kulinarisch komplett eskaliert sind (as always). Auf unserem Rooftop haben wir es uns dann nochmal gemütlich gemacht und haben mit fantastischem Ausblick auf das nächtlich beleuchtete Ho Chi Minh gegrillte Bananen mit Kokosnullmilch gegessen.

« 1 von 33 »

Wir werden die Zeit in dieser belebten und tollen Stadt nie vergessen. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und sie hat uns vieles gegeben, an das wir immer denken werden. Der letzte Urlaub dorthin war das sicher nicht. Aber nun heißt es mal wieder: Ab zu neuen Orten! Siem Reap, here we come.

Bleibt sauber und macht es Euch schön,

Canan & Finn

   Send article as PDF   

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.