Einen schönen guten Tag ihr Lieben,

wie bereits angekündigt sind wir inzwischen wieder in good old Bangkok. Wir müssen sagen, dass es schon eine ziemliche Umstellung war, vom ruhigen, entspannten Chiang Mai in den Großstadtjungle schlechthin zurückzukehren. Nicht, dass wir es in Bangkok nicht mögen, aber wie wir feststellen, kennt man nach ein paar Tagen die „üblichen“ Ecken schon ziemlich gut. Deshalb haben wir uns über verschiedene Plattformen Unternehmungen rausgesucht, die unsere Zeit hier besonders machen und eine Alternative zu den typischen Sehenswürdigkeiten darstellen.

Die ersten Tage haben wir bislang genutzt, um in Ruhe anzukommen. Wir haben hier wieder ein Apartment, auch wieder in einem tollen Gebäudekomplex mit Gym und Pool und wir würden sogar sagen, dass uns dieses Apartment am besten bisher gefällt- Stil, Einrichtung, Ausstattung und Aufteilung sind einfach total stimmig. Vor der Tür haben wir auch wieder eine leckere Auswahl an Streetfood, dieses Mal vor allem super leckere Nudelsuppen. Prima angeschlossen an die Infrastruktur sind wir auch. Taxis und der Skytrain liegen uns quasi wortwörtlich zu Füßen.

Bisher haben wir viel trainiert, waren ein paar Mal in der Stadt, Lebensmittel shoppen und haben eine tolle Bekanntschaft gemacht, von der wir Euch nun gerne ein bisschen erzählen wollen.

Wir hatten ein Treffen mit einem Ladyboy. Für diejenigen unter Euch, denen dieser Begriff noch nichts sagt. Ladyboys sind Transgender, die ihre biologische Geschlechtsrolle nicht akzeptieren und sich einer anderen näher fühlen. Ladyboys sind hierbei Männer, die sich dem weiblichen Geschlecht näher fühlen und dementsprechend ihr Äußeres (u.a. durch ästethische/operative Eingriffe) verändern lassen. Wir hatten ein Treffen mit dem Titel „The secret behind ladyboy“ gebucht, da wir gerne mehr über Ladyboys in Thailand erfahren wollten. Man hört gerade hier in Thailand viel darüber, sieht auch wirklich oft Ladyboys in der Bahn, aber die Chance sich mit einem Ladyboy auf persönlicher, offener und respektvoller Ebene zu unterhalten, bietet sich nur selten, weshalb es uns ein großes Anliegen war, dies tun zu können. Wir trafen uns vorab mit Petz, unserem Guide, in einem Cafe und sprachen über die historische Entwicklung der Akzeptanz gegenüber Ladyboys in Thailand. Wie Petz uns mitteilte, sah diese vor 20 Jahren noch viel schlechter aus, während heutzutage die Akzeptanz enorm gewachsen ist  in Thailand. Er erzählte uns in diesem Kontext von einem Volleyball-Film, der vor 18 Jahren in Thailand erschien und in dem es um einen Ladyboy geht, der gerne Volleyball spielen möchte, aufgrund seiner Transsexualität allerdings nicht im männlichen Volleyballteam spielen darf. Auch zeigte uns Petz Miss Tiffany, eine der bekanntesten Ladyboys Thailands. Das Bild von Ladyboys beziehe sich oft auf deren überdrehte, lustige und komödienhafte Art, während Miss Tiffany ein anderes Bild von Ladyboys vertritt- erfolgreich, schön und zurückhaltend. Wir sollten uns dann Fragen überlegen, die wir Khan Kai, dem Ladyboy, mit dem wir uns unterhalten würden, stellen können. Khan Kai betrat wenig später das Café und vom ersten Moment an waren wir gefesselt von ihrer Anmut, ihrer eleganten und ruhigen Art. Khan Kai ist 49 Jahre alt, aber man sieht ihr ihr Alter wirklich nicht an. Sie ist sehr groß, schlank und war anfangs ein wenig schüchtern. Sie beantwortete all unsere Fragen geduldig und offen und lächelte uns zwischendurch immer wieder an. Da sie nicht gut Englisch sprechen konnte, sprachen sie und Petz auf thailändisch und Petz übersetzte uns ihre Antworten dann anschließend. Dies machte alles noch authentischer und es war schön zu beobachten, wie sie sich unterhielten. Khan erzählte uns, dass ihr Vater chinesisch sei und dass Chinesen sehr strikt waren, was Transgender damals betraf. Sie erzählte, dass sie schon mit 4/5 Jahren bemerkte, eher an Jungs interessiert zu sein, trotzdem habe sie Beziehungen zu Mädchen gehabt. Sie hat ihre Brüste und ihr Gesicht (u.a. die Nase) operieren lassen, die Operation des Geschlechts noch nicht, da diese sehr teuer sei, sie spare allerdings darauf. Es war eine sehr bereichernde, interessante und persönliche Erfahrung sich mit ihr zu unterhalten und wir waren wirklich fasziniert von ihrer Art und ihrer ruhigen Ausstrahlung. Im Anschluss an das Treffen musste sich Khan Kai fertig machen für die Show, in der sie seit 15 Jahren arbeitet. Es ist eine Cabarett Show, die wir am selben Abend noch besuchten. In der Show wird getanzt und Playback gesungen und das vor allem von Ladyboys. Es gibt verschiedene Themen, mal romantischer, mal wilder, mal modern, mal traditionell. Wir hatten sehr viel Spaß. Zwar war die tänzerische Leistung ab und zu so la la, aber es ging vielmehr um den Gesamteindruck und die Stimmung, die die Show in uns auslöste und die wir sehr genossen haben. Nach der Show sahen wir Khan Kai nochmals und machten noch ein Foto mit ihr, verabschiedeten uns und bedankten uns vor allem dafür, dass sie sich Zeit für uns genommen hat. Durch sie ist es uns möglich geworden, mehr über das Leben von Ladyboys zu lernen. Besonders freut uns, dass Ladyboys hier in Thailand sowohl in der Stadt als auch auf dem Land so akzeptiert sind inzwischen. Denn jeder sollte so leben können, wie es ihn glücklich macht, ohne von der Umwelt dafür verurteilt zu werden.

Ansonsten waren wir zum ersten Mal auf unserer Reise im Kino, in „Fantastische Tierwesen -Grindelwalds Verbrechen“, aber wir werden natürlich nicht spoilern an dieser Stelle. Haben uns natürlich eine riesige Tüte Karamellpopcorn gegönnt, versteht sich von selbst (wer geht schon ohne Popcorn ins Kino!?). Auch Chinatown haben wir besucht, ein aufgewecktes, belebtes und sehr volles Stadtviertel mit viel sehenswertem. Heute haben wir auch was Spannendes vor, aber das liebe Kinder, ist eine andere Geschichte. Gestern Abend waren wir dann endlich zum ersten Mal Hot Pot essen, ein typisch chinesisches Essen, bei dem man sich eine Brühbasis aussucht und dann dazu verschiedene Zutaten bestellt. Z.B. Hühnchenscheiben, Fleischbällchen, verschiedene Nudelsorten, Gemüse, mit Shrimps gefüllte Nudelbällchen und und und. Die Auswahl ist da wirklich gigantisch. Nach und nach legt man dann seine Zutaten in die kochende Brühe, wartet kurz und verspeist dann alles. Wie eine selbstgemachte Nudelsuppe. Eine leckere und vor allem leichte Erfahrung, wir haben uns danach nicht vollgestopft gefühlt, was bei uns eher an eine Ausnahme grenzt höhö.

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Wir drücken Euch und wünschen Euch einen schönen Tag! Nicht mehr lange, dann ist wieder Wochenende.

Canan & Finn

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