Seid gegrüßt,

wir liegen gerade im Bett und lassen den heutigen Tag Revue passieren. Es gibt Tage, an denen läuft die Anreise, wie ein warmes Messer, das sanft durch Butter streicht. Eines können wir vorweg sagen: Heute war kein solcher Tag. Heute fühlte es sich eher an, wie kalte Butter auf einem weichem Toast zu verstreichen.

Aber nicht zu voreilig, lasst uns von vorne beginnen.

Nachdem wir heute morgen in Ruhe unsere Rucksäcke gepackt und ein gemütliches letztes Frühstück genossen haben, machten wir uns auf den Weg, ein Taxi zu finden, das uns nach Sanur bringt. Die Taxisuche fällt hier nicht wirklich schwer, da jeder Taxifahrer in Canggu einen anhupt, um damit auf sich aufmerksam zu machen. Der Erste, dem wir signalisierten mitfahren zu wollen, hielt auch direkt freudig an. Nachdem wir ihm unser Ziel nannten und nach dem Preis fragten, bat Finn darum, doch ein anderes Taxi zu nehmen. Canan empfand dies als NICHT erforderlich. Wie so oft einigten wir uns auf einen Kompromiss, der zugunsten von Canan ausging. Wir fuhren also mit diesem Taxifahrer. Nach 30 Sekunden fiel auch Canan auf, dass das Taxi nicht mehr den aktuellen Standards der Automobilbranche entsprach. Bedeutet, die hinteren Fenster lassen sich nicht mehr schließen und die Klimaanlage funktioniert bestimmt seit 1998 nicht mehr. Mag alles nicht so schlimm klingen, aber bei einer ca. 45 minütigen Fahrt mit mehreren Staus und konstanter Sonneneinstrahlung, doch sehr unangenehm. Wir haben es aber trotzdem zum Hafen von Sanur geschafft – völlig durchgeschwitzt. An dieser Stelle sei auch nochmal erwähnt, dass Canan während der Fahrt bestimmt 10 mal sagte: „Das nächste Mal hören wir auf dich.“

Nach einer kurzen Wartezeit am Strand, konnten wir uns auf das Speedboat begeben, das uns in kürzester Zeit nach Nusa Penida bringen sollte. Was uns in diesem Moment noch nicht ganz bewusst war, ist, dass „schnell“ auch schnell und holprig auf dem Wasser bedeutet. Wir waren beide echt froh, uns nicht unseres Mittagessens auf dem Boot entledigt zu haben (beachtet bitte das Bild von Canan direkt nach der Fahrt).

Die Fahrt vom Hafen in Nusa Penida bis zu unserem Bungalow war nicht sehr gesprächsintensiv. Unser Taxifahrer – wir sind uns immer noch nicht sicher, ob er sein 16 Lebensjahr bereits erreicht hat – meisterte die kurvigen Strecken trotzdem mit Bravour.

Am Bungalow angekommen haben wir unser letztes indonesisches Bargeld in die Rollermiete investiert. Da dieser aber kaum noch Sprit hatte, hieß es für uns erstmal, Bargeld abzuheben, um damit Sprit zu kaufen. Als wir den ersten Geldautomat nach 15-minütiger Rollerfahrt gefunden haben und der Tank dort gefühlt schon leer war, mussten wir feststellen, dass der Geldautomat keine VISA-Kreditkarten entgegennimmt. Nun ein kleines Ratespiel für Euch: Wieviele unserer vier Kreditkarten sind wohl VISA-Kreditkarten? Was, Ihr kommt nicht drauf? Na, wir wollen mal nicht so sein. Richtige Antwort: Alle vier. Wir also müde, verschwitzt und inzwischen wieder hungrig nochmal zurück zum Bungalow, in der panischen Hoffnung, nicht mitten am Berg ohne Sprit liegen zu bleiben. Dort gegoogelt, letztes deutsches Bargeld zusammengekratzt für einen Money Exchange Laden und unseren Host gefragt, ob er uns Geld für Sprit leihen kann. Lange Rede, kurzer Sinn: Auf Nusa Penida gibt es ganze vier Geldautomaten, von denen einer VISA-Karten annimmt. Zum Glück war dieser auch nur lockere 30-40 Minuten Fahrtweg von uns entfernt. Nachdem wir dann Geld abheben konnten und vollgetankt hatten, suchten wir uns ein Restaurant am Meer. Fazit: War ok.

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Nun liegen wir im Bett, leicht hungrig und freuen uns auf die Tage, die hier noch kommen werden.

Bleibt stabil,

Canan & Finn

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