Wir grüßen Euch,

wir sind nun seit fast zwei Wochen in Ho Chi Minh, dem ehemaligen Saigon in Vietnam. Die Stadt ist wirklich toll, sie ist unglaublich vielseitig und hat so viel zu bieten. Wir haben zum ersten Mal seit unserem Haus in Ubud ein Apartment gebucht und wir können voller Überzeugung sagen: Es ist gold wert. Es ist so schön, ein Gefühl von „nachhause kommen“ zu haben und es tut gut, einen Rückzugsort zu haben, in dem man sich so wohl fühlt, wie wir es hier tun. Nachdem wir uns seit unserer Reise hauptsächlich außerhaus verpflegt haben (was natürlich auch immer sehr nett ist) genießen wir es, unser eigenes Essen zu kochen und auch, Routinen aus unserem Leben in FFM herzuholen. Abends eine Folge unserer Lieblingsserie auf dem Sofa zu gucken mit leckeren Snacks. Die Freude war auch groß, als wir gesehen haben, dass wir eine Waschmaschine besitzen. Nachdem der Abwasserschlauch abgegangen war und das halbe Apartment unter Wasser stand, haben wir es auch noch geschafft, die uns anvertrauten Handtücher von der Farbe Weiß in ein schönes Rosa zu färben. Unsere Beichte an den Vermieter steht noch aus.

Am ersten Tag in Vietnam haben wir unsere Kenntnisse über den Vietnam Krieg aufgefrischt. Gerade hier ist es uns besonders wichtig, geschichtlich gut informiert zu sein. Wie Ihr wisst, ist die Vergangenheit von Vietnam sehr bewegend und zum Teil wirklich erschütternd, daher gilt unser tiefer Respekt der Geschichte dieses Landes, aber dazu später ein wenig mehr.

Nachdem wir unsere Freude an Touren entdeckt haben, sind wir am ersten Tag direkt mit einheimischen Studenten losgezogen, die uns die Stadt und geschichtliche Orte gezeigt haben. Es war sehr informativ, aber vor allem der Austausch mit Einheimischen in unserem Alter hat uns total begeistert und war auch das, was den Tag ausgemacht hat. Als erstes wurden wir zu dem Denkmal des Mönches gebracht, der sich auf einer Kreuzung selbst verbrannt hat, um so gegen die Unterdrückung der buddhistischen Mehrheitsbevölkerung im Krieg zu protestieren. Es war ein emotional sehr aufgeladener Ort. Zur Erinnerung wurde ihm eine große Statue gebaut. Daneben hing auch ein Foto, das ein Journalist von ihm damals machte. Was das für uns so beeindruckende und bewundernswerte an diesem Foto ist, ist die Ruhe im Gesicht des Mönches. Augenzeugen berichteten, dass er keine Miene verzog oder gar schrie, er saß still da und schien vollkommen im Reinen mit sich und überzeugt davon zu sein, sich für seinen Glauben zu verbrennen. Ein sehr bewegender Ort und zurecht ein Held für die vietnamesische Bevölkerung.

Generell ist es in Ho Chi Minh Stadt durch das Wissen um die Vergangenheit besonders emotional für uns. Wir lernen diese wunderbare, interessante und belebte Stadt in Frieden kennen, wo noch vor wenigen Jahrzehnten ein so grauenhafter Krieg tobte. Wir waren auch im Kriegsreste-Museum und im Independence Palace, von denen uns ersteres die Sprache verschlagen hat. Der Krieg und gerade auch dessen Verbrechen sind dort sorgfältig und unverschönt ehrlich dokumentiert. Wir haben uns bewusst nur für zwei Bilder aus dem Museum entschieden. Dabei handelt es sich um Familienmitglieder, die nach dem Krieg und der Vereinigung von Nord- und Südvietnam, wieder aufeinander treffen.

Uns hat der Austausch mit den Studenten wirklich gut gefallen, was uns dazu bewegte, mit ihnen nochmal loszuziehen und typische vietnamesische Gerichte zu probieren. Sie führten uns auf Märkte, wo hauptsächlich Einheimische anzutreffen waren. Wir haben an diesem Abend sieben Gerichte kennengelernt, die uns alle vollends geschmeckt haben. Es zeigt, wie vielseitig diese Stadt ist. Auch kamen wir in den Genuss von frischem Zuckerrohrsaft, der einfach nur unheimlich lecker schmeckt. Zu Canans großem Entsetzen hat dieser auch ziemlich viele Kalorien, man könnte es glatt vermuten bei „Zucker“. Auf 350ml ca. 980 Kalorien. Lief also bei uns, wir hätten uns fast noch einen zweiten gekauft.

Das Verrückte bzw. Surreale an Ho Chi Minh Stadt ist, dass man überall auf Gebäude im französischen Baustil trifft. Jaja, französische Kolonie. Man schlendert also durch Asien und sieht Cafés, Bäckereien und unzählige französische Gebäude. So auch die Kirche Notre Dame, die leider derzeit renoviert wird, weshalb wir leider nicht reindurften. Auch das alte Postamt ist ein so imposantes und schönes Gebäude, konstruiert vom Architekten des Eiffelturms. Zudem bedeutet es, dass wir endlich mal wieder vernünftigen Käse und Wurst bekommen, plus leckeres Baguette. Ein Traum!

Die Stadt ist sehr belebt, vielseitig und wir fühlen uns pudelwohl. Wir finden hier die Ruhe, uns Zeit zu lassen. Deshalb haben wir auch die Wohnung verlängert und auf einen anderen Ort in Vietnam verzichtet. Wir dürfen ohne Visa in Vietnam leider nur 15 Tage bleiben, was eine weitere Reise zudem sehr stressig gemacht hätte. Unser Gebäudekomplex bietet eine Dachterrasse im 34. Stock, einen Pool, ein Fitnessstudio und zwei Einkaufsläden. Es fällt uns also sehr leicht, hier zu bleiben. Wir haben den perfekten Ausgleich von „zuhause fühlen“ und einer so belebten, interessanten und vielseitigen Stadt, in der wir jeden Tag was Neues entdecken. Zudem sieht man schon überall Weihnachtsdeko, wie könnte man das nicht mögen bei 34 Grad…

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Trinkt einen Glühwein für uns mit.

Eure

Canan & Finn

 

 

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