Kia ora,

so begrüßen sich die Maori, die Ureinwohner Neuseelands. Uns sind schon viele bisher begegnet und sie sind faszinierend, weil sie sich äußerlich schon unterscheiden durch ihre anderen, markanteren Gesichtsformen, ihre Nasenformen und ihre Statur. Maori sind unheimlich schöne Menschen und wenn man bedenkt, dass sie von den Ureinwohnern dieses Landes abstammen, ist es ein schöner Gedanke, ihnen als Nachfahren zu begegnen.

Am Freitag begann unser Road Trip. Am ersten Tag hatten wir vor, nach Russell zu fahren, haben dies aber aufgrund unserer fehlgeschlagenen Zeitplanung nicht mehr geschafft. Wir sind ja sehr günstige Preise gewöhnt aus Asien, weshalb es für uns ziemlich irritierend ist, mehr als 3€ für unser Essen zu bezahlen. Leider sieht es preislich in NZ anders aus, hier gelten normale Preise, ähnlich zu deutschen, teilweise auch deutlich teurer. Wir buchten für unseren Zeltplatz einen Platz mit Blick aufs Wasser und bauten unser Zelt auf. Ging recht schnell. Finn bereitete unser Abendessen vor, klassische Nudeln mit Tomatensauce und dann machten wir es uns in unseren Campingstühlen mit einem Glas Rotwein bequem. Wirklich schön, wobei es gegen Abend ziemlich kühl wurde und wir froh waren, uns in unser mollig warmes Zelt zu kuscheln. Dieses haben wir gekonnt mit einer Lichterkette ausgestattet und dann haben wir die Zeit mit Schwätzchen und Serien verbracht, bis wir erschöpft eingeschlafen sind. Am nächsten Morgen wurden wir von einem wirklich schönen Blick auf den morgendlichen Himmel und das Wasser geweckt. Ist schon traumhaft, der Natur wieder näher zu sein. Gerade weil wir in Frankfurt wohnen, ist es schön, von so viel Natur umgeben zu sein und dieser nah sein zu können.

Da wir Russell am vorherigen Tag zeitlich nicht geschafft hatten, wollten wir am Hafen von Russell frühstücken. Russell ist ein kleiner Ort der Küstenregion von Northland. Im 19. Jahrhundert wurden hier die ersten Handelszentren von Siedlern errichtet. Wir machten uns also fertig und setzten uns in Russell auf eine schön gelegene Bank am Wasser und genossen den Blick und die Atmosphäre des Hafens. Nach Russell und unserer kulinarischen Stärkung sind wir nach Whangaroa gefahren zum Saint Pauls Rock. Der riesige Stein liegt auf einem Berg und überblickt damit sein Umgebungsland. Er ruht da oben und ist umgeben von saftig grüner Natur. Der Stein ist ein Überbleibsel von vorzeitlichen Vulkanen, die vor etwa 20 Millionen Jahren ausgebrochen sind. Man läuft ca. 20 Minuten hoch und kann den Stein bis auf die Spitze besteigen. Der Weg dort hoch war intensiv und gleichzeitig wunderschön, man findet sich umgeben von wilder Natur wieder, so wie wir uns Neuseelands Natur immer vorgestellt haben. Oben angekommen hatten wir einen atemberaubenden Ausblick, der bisher unser absoluter Favorit unserer gesamten Reise ist. Wir saßen oben auf der Spitze dieses alten Steins, haben den Wind, die Ruhe und den Ausblick genossen und auf uns wirken lassen. Ohne Ablenkung, kein Handy, kein Stress, nur wir dort oben. Das war wirklich magisch und tat uns unglaublich gut, auch nach der Zeit in Asien, die teilweise stressig werden konnte.

Da ein solcher „Aufstieg“ natürlich sehr anstrengend ist, hieß es für uns danach: Mittagessen! Dafür hat es uns in den kleinen Fischerort Mangonui verschlagen. Der kleine Ort ist für seinen Fischimbiss bekannt, der wohl die besten Fish & Chips in NZ macht. Wir konnten uns dort zwischen drei fangfrischen Fischarten entscheiden, die dann frisch mariniert und frittiert wurden. Wirklich sehr sehr lecker. Dazu der Ausblick beim Essen direkt auf das Meer. Um zu bewerten, ob es wirklich die besten Fish & Chips in NZ sind, müssen wir natürlich noch viele weitere probieren.

In NZ ist im Moment Sommer, also genau umgekehrt zu Deutschland, aber im Moment regnet es sehr viel. Deshalb konnten wir an dem Abend nicht unser Zelt aufschlagen, sondern mussten auf eine kleine AirBnB Wohnung ausweichen. Leichter gesagt als getan, wenn man nicht gerade bereit ist für eine Nacht 100€ auszugeben. Wir haben aber noch eine bezahlbare Schlafunterkunft gefunden, die uns ein trockenes Dach über dem Kopf beschert hat und von der aus wir auf eine kleine Schaafsherde geblickt haben- sehr heimisch und gemütlich.

Am nächsten Tag ging es für uns zum Cape Reinga. Hierbei handelt es sich um ein Kap am nördlichsten Punkt der Nordinsel. Es gibt zwei Besonderheiten an diesem Ort, einmal vereinen sich dort der Tasmansee und der pazifische Ozean und zum anderen heißt es in der Mythologie der Maori, dass sich dort die Seelen der Verstorbenen auf ihren letzten Weg nach Hawaiki begeben. Von unserer Unterkunft aus dauerte die Fahrt mit dem Auto ca. 2,5 Stunden. Wir begaben uns also früh morgens los, um mit genug Zeit dort anzukommen und den Ort in vollem Umfang genießen zu können. Hatten wir bereits gesagt, dass es im Moment viel regnet? Mit jedem Kilometer, den wir dem Cape Reinga näher kamen, wurde es dazu noch nebeliger. Angekommen am Cape Reinga hat es kurzzeitig nur genieselt und wir haben uns mit Regenjacke auf den Weg zum Leuchtturm gemacht. Dieser steht genau an der Spitze des Kaps. Während wir hofften, dass die Aussicht schöner und schöner wird, wurde es leider nur nebliger und nebliger. Zudem wurde der Regen zunehmend schlimmer. Aber wir sind natürlich trotzdem bis zum Kap vorgegangen und wurden mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt: Nebel wohin das Auge reicht, viel mehr konnte man nicht erkennen. Wir konnten das Meer unten am Grund erahnen und ab und zu sogar Gischt sehen. Ha! Da sag mal einer, die Augen werden schlechter bei zunehmendem Alter. Das klingt jetzt alles bestimmt sehr negativ, aber es war trotzdem schön und irgendwie magisch, sich an diesem Ort zu befinden. Und man muss auch sagen, dass wir aus 2,5 Monaten absoluter Hitze kommen und wir den Regen und die kühleren Temperaturen derzeit total genießen. Wir sind dann im Regen zurück zum Auto marschiert und sind in Richtung Süden gefahren.

Als Abschluss unser Tagestour haben wir uns noch die einzigartig schönen neuseeländischen Kauri-Bäume angeschaut. Auch diese haben wieder eine besondere Bedeutung in der Maori Mythologie. Tāne, der Gott des Waldes, ist im Māori-Kosmos der Sohn von Rangi und Papa, dem Himmelsvater und der Mutter Erde. In der Schöpfungsgeschichte der Maori sind Rangi und Papa die Begründer der Welt. Tāne brachte seine Eltern auseinander, die in Liebe eng umschlungen waren und damit die Erde in Finsternis ließen. Dadurch brachte er Licht und Raum zwischen Himmel und Erde und Luft zum Atmen an die Erde. Tāne wird deshalb als der Lebensbringer begriffen, alle lebenden Kreaturen sind seine Kinder. Und diesen Baum, den Tāne Mahuta, haben wir uns angeschaut. Er ist 51,2m hoch und hat einen Stammumfang von 13,7m. Das Alter wird auf ca. 1500-2000 Jahre geschätzt. Ihr könnt Euch vorstellen, wie es ist vor so einem faszinierenden Baum zu stehen. Es war ein toller und besonderer Tag und wir haben uns der Natur schon lange nicht mehr so nah gefühlt.

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Habt schöne Weihnachtstage und genießt die Zeit mit Euren Liebsten

Canan & Finn

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Ein Kommentar

  1. Hach… endlich ein Hauch von echtem Backpacking und dann der Regen, tja Glück gehabt, Canan gelle?

    Woran erinnert mich der Felsen auf dem Berg? Das ist die 100 Dollar-Frage….. ist auch plutonisches Gestein…. in Sackform (würde Maren sagen) ……. richtig an den Druidenstein bei Penting!

    Und der Baum ist ein Traum, würde ich auch gerne besuchen, Rituale, Rituale…..

    Die Flora ist überwältigend, Pilze gesehen? Kleinsäuger?

    Macht weiter so und möge die Sonne immer scheinen (oder auch nicht)…

    Hugs von Muttern aka Chius

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