Nach unserer entspannten Wellnessauszeit und nach ausgiebigen Essorgien, brauchten wir mal wieder ein bisschen Bewegung. Das perfekte Wetter hatten wir dafür, blauer Himmel und Sonnenschein und so suchten wir uns für den kommenden Tag eine schöne Wanderroute heraus. Der Mount Crichton Loop Track ist für eine Dauer von 2 bis 4 Stunden angesetzt und ist ein Rundweg, was wir immer sehr angenehm finden, da man dann nicht den genau gleichen Weg wieder zurücklaufen muss – wie der Name schon sagt. Das Schöne an dieser Route war auch, dass es verschiedene Natureigenschaften und -gegebenheiten miteinander verbindet, sodass wir zunächst durch einen frisch duftenden Wald bergauf liefen. Das Licht war an diesem Mittag auch besonders schön und tauchte den Wald in eine friedliche, idyllische Atmosphäre.

Oben angekommen hatten wir einen fabelhaften Blick auf den See vor Queenstown und auf die hochragenden Berge darum. Weiter ging es entlang eines malerischen Flusses, dessen Wasser absolut klar war und in den wir uns liebend gerne gestürzt hätten – einen Berg aufwärts hochzuwandern, ist auch nicht unanstrengend, man wird ja nicht jünger. Wir kamen insgesamt über zwei kleine verträumte Holzbrücken, die über den Fluss führten und die sich sehr passend und harmonisch in das Bild des Waldes einfügten. Da wir anscheinend sehr schnelle und fitte menschliche Wesen sind, brachten wir den Rundweg in innerhalb von 2 Stunden hinter uns und machten uns nochmal auf den Weg nach Queenstown. Da wir noch total satt vom morgendlichen Frühstücksbuffet im Hilton waren, gab es dort für uns „nur“ einen Kaffee, den wir am See genossen haben, während wir den Jetski und Jetboot Fahrern zugeguckt haben, die wild auf dem Wasser herumgecruist sind. Queenstown ist in unseren Augen eine ausgesprochen schöne Stadt mit viel Charme, den sie ihrer traumhaften Lage am See mitunter verdient. Die Gebäude sind sehr schön, im Sinne von ästhetisch und stylisch, viele moderne Neubauten zieren die Stadt und verlocken vor allem wohlhabende Menschen, ihre Zeit dort zu verbringen. Unsere letzten AirBnB Gastgeber meinten auch zu uns, dass sie befürchten, Queenstown würde eines Tages den reichen Ausländern gehören, die sich dort niederlassen und die die Mietpreise soweit in die Höhe treiben würden, dass Einheimische sich Queenstown nicht mehr leisten werden können. Dennoch können wir auf jeden Fall verstehen, warum es so viele Menschen dorthin treibt, denn die Atmosphäre, der auch wir verfallen sind, war besonders und entsprach absolut einem unbeschwerten Urlaubsgefühl.

Am nächsten Tag ging es um 09:30 für uns mit dem Fahrrad aus Arrowton los. Wir hatten die Tour zuvor online gebucht und waren bereit, mal wieder eine Fahrradtour zu machen. Die Route führte uns erstmal sehr lange an einem Fluss entlang, dessen Umland und umgebende Vegetation wunderschön anzusehen war. Was gibt es Schöneres, als wilde Natur, bunte Farben der Pflanzen und das unter einem strahlend blauen Himmel? Die Wege waren gut zu befahren und wurden manchmal steil, sodass wir auch ins Schwitzen kamen. Dafür ging die Route nur 14km, was für unsere Fahrradtourverhältnisse (in Frankfurt gerne mal so um die 60km an einem schönen Sonntag) sehr bequem und machbar war. Trotzdem tat es gut, mal wieder den Fahrradsattel unter uns zu spüren und die Gegend aus einer ganz anderen Perspektive zu erkunden. Wir überquerten zwei Hängebrücken, auf denen wir ordentlich ins Wanken kamen durch unser Gewicht auf der freischwebenden Fläche, die nur mit Stahldrähten fixiert ist. Wir kamen auch an einer Bungee-Jumping Station vorbei und beobachteten für eine Weile die Mutigen, die sich aus 43 Metern Höhe in den Flussabgrund hinunterstürzten. Ungefähr eine Millisekunde überlegten wir, genauso mutig und vor allem spontan (wir sind sonst NICHT spontan) zu sein, aber wir empfanden 205 NZ Dollar in Anbetracht unseres Motivationslevels als zu teuer und genossen stattdessen einen Kaffee, während wir die anderen aus sicherer Entfernung beobachteten. Kurz darauf erreichten wir das Ziel unserer Fahrradtour, die Gibbston Valley Cheesery and Winery. Dort hatten wir eine kurze Weinführung mit Weinverkostung gebucht als krönenden (und trunkenen) Abschluss unserer sportlichen Aktivität. Da wir noch Zeit hatten, genehmigten wir uns vor der malerischen Kulisse der Weinberge eine kleine Käseplatte mit Baguette, rote Beete Chutney und einem selbst gewählten Blauschimmelkäse. War leider sehr schnell leer.

In der Führung lernten wir mehr über das Weingut vor Ort und in Neuseeland allgemein. Dieses, auf dem wir uns befanden, verfügt über 43 Hektar Land für den Weinanbau und stellt nur Pinot Gris, Riesling und Pinot Noir her. Vor Ort haben sie ausschließlich Bio-Weinreben, bedeutet, keine Pestizide und das Pflücken nur per Hand. Wir erfuhren weiterhin, dass sich besonders das Klima und die Lage der Weinberge im Gibbston Valley für den Weinanbau der benannten Weine eigne, da es dort sehr regenarm sei, sehr warm werde und durch die naheliegenden Berge Mineralien im Boden für die Weinreben verfügbar seien. Anschließend ging es für uns in den riesigen Weinkeller, der in den Höhlen des Berges liegt und eine Innentemperatur von 14 Grad hat, um eine perfekte Gärung des Weines zu ermöglichen. Wir probierten zwei Weißweine, die wir beide nicht besonders mochten (Rotweinliebhaber und so), einen Rosé und einen leichten Rotwein, einen Pinot Noir. Insgesamt eine interessante Erfahrung, die allerdings schnell endete, da die Tour nur eine halbe Stunde dauerte. Wir wurden im Anschluss von unserem Fahrradverleih abgeholt und haben uns noch im Zentrum von Arrowton umgesehen, einer sehr niedlichen, gemütlichen Kleinstadt, die unglaublich schöne Gebäude beherbergt. Eine Mischung aus Western Film und englischen Häusern mit blühenden Vorgärten. Unsere Mütter wären begeistert gewesen.

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Bis dahin,

Eure

Canan & Finn

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