Kia ora tatou,

mal wieder eine Begrüßung auf Maori. Übersetzt bedeutet sie: Hallo Ihr Alle.

Unser erster Beitrag, den wir auf der Südinsel verfassen – lasset die Blogeinträge beginnen! Unser Aufenthalt begann in Christchurch, der Stadt, in der wir auch gelandet sind. Außer dem Mietwagen abholen, dieses Mal leider kein super neues Modell, sondern eine alte Dame mit dezenten 193.000km auf dem Buckel und einem leckeren Mittagessen waren wir am ersten Tag faul. Am nächsten Tag begann unsere Reise nach Dunedin. Dunedin liegt an der Südostküste der südlichen Insel. Die Stadt ist für ihr kulturelles Erbe der Schotten und Maori, die viktorianische Architektur sowie die zahlreichen dort lebenden Studenten bekannt. Gerade durch einen bestimmten ehemaligen Studenten wurden wir überhaupt auf Dunedin aufmerksam – unseren geliebten neuseeländischen Freund Dom, der hier selbst für einige Jahre studiert und gelebt hat. Kurz vor Dunedin machten wir auf Rat von Tim einen Abstecher nach Aramoana, eine Siedlung an der Küste von Dunedin. Dort machten wir einen schönen und windigen Spaziergang entlang eines Steges, der ins Meer hineinreichte. Zu unserer großen Freude roch es stark salzig in der Luft, was uns total an die heimische Nordsee erinnerte und uns in Freudenstimmung versetzte. Vom Steg aus blickten wir auf die Weite des Meeres, auf dem linker Hand riesige Felswände hinausragten. Zu unserer rechten erstreckten sich hohe Hügel, von denen auf einem ein Leuchtturm saß. Sehr ästhetischer Anblick. Es war allerdings auch gut kalt auf dem Steg und sehr windig. Generell mussten wir feststellen, dass die Südinsel einen deutlich kühleren Sommer hat. Bisher hatten wir schon Temperaturen von 10 Grad und fühlten uns in den deutschen Herbst zurückversetzt, was für uns natürlich auch eine schöne Assoziation ist. Während wir glücklich und seetrunken das Ende des Steges erreichten, entdeckten wir plötzlich ein pelziges Etwas zu unserer Linken. Dieses Etwas war doch recht groß und wie sich schnell herausstellte, blickten wir auf einen wohlgenährten Seelöwen, der gemütlich schlafend neben uns lag. Wir näherten uns ihm vorsichtig und staunten nicht schlecht.

Auf unserem Weg zurück ans Auto haben wir noch mehr pelzige Gefährten entdeckt, die es sich auf den Felsen um den Steg herum bequem gemacht haben. So eine tolle Erfahrung! Anschließend fuhren wir noch durch Port Chalmers, einem kleinen Ort in der Nähe Dunedins. Nach einer erholsamen Nacht in einem AirBnb (Canan war noch nicht richtig fit) haben wir das Larnach Castle besichtigt. Dieses kleine Schloss ist eine Rarität in Neuseeland und ist eine Industriellenvilla aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die von der Familie Barker aufgekauft und restauriert wurde. Eine interessante Geschichte steckt hinter diesem Schloss, in dem die Larnach Familie lange Zeit lebte. Nach dem Besichtigen machten wir einen kurzen Abstecher an die Sandfly Bay, die uns ebenfalls von Tim empfohlen wurde. Buchten sind einfach immer tolle Schauplätze. Nachdem Canan sich in Dunedin neue Nägel gegönnt hat, haben wir die Stadt ausgiebig erkundet und eine Kaffeezeit gemacht, mit einem köstlichen Muffin.

Dunedin ist eine wirklich sehr schöne Stadt, deren Architektur uns total gut gefallen hat. Die Stadt hat ihre ganz eigene, besondere Atmosphäre und die Kombination aus der Architektur und der modernden Graffitikunst ist einfach toll. Wir haben uns dort pudelwohl gefühlt und unsere Zeit wirklich genossen. Weiterhin ist Dunedin sehr hüglig und es ist für uns immer wieder faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich Städte aufgebaut sind. Wir waren abends in einem sehr guten Restaurant noch indisch essen und hatten das beste Chicken Korma seit langem. Am Sonntag verließen wir Dunedin und planten, uns den Nugget Point Leuchtturm anzusehen sowie einen Strand, an dem man oftmals Pinguine und Seelöwen vorfinden kann. Leider startete der Tag sehr regnerisch und kalt, sodass unser Plan wortwörtlich ins Wasser fiel. Wir änderten also kurzerhand unsere Planung und machten uns auf den Weg nach Invercargill, eine Stadt in der Southland Region. Dort haben wir dann – wer hätte es gedacht – eine sehr leckere Kaffeezeit gehabt mit SCONES. Und was sollen wir sagen? So so lecker. Mit Orangen und Datteln und einer Scheibe Butter, dazu ein köstlich duftender Kaffee und wir waren vergnügt und zufrieden. Da es nachmittags nach gefühltem Dauerregen eine kurze Regenpause gab, fuhren wir doch noch schnell zur Cannibal Bay, um nach Seelöwen Ausschau zu halten – leider Fehlanzeige, dafür viele und RIESIGE Algen. Etwas traurig fuhren wir zu unserem nächsten AirBnB Zuhause. Einer abgelegenen Farm, auf der uns ein älteres Ehepaar (Eleanor und Don) freundlich und herzlich mit selbstgebackenen Rosinen Muffins empfing. Wir beide wurden zunehmend versöhnter mit dem Tag und es endete damit, dass wir den Abend mit Eleanor, Don und einem älteren Ehepaar aus Singapur (auch Gäste dort) vor dem Kamin verbrachten. Wir saßen alle gemütlich beieinander, tranken Tee, aßen Muffins und redeten über alles Mögliche. Es war mollig warm durch das Kaminfeuer und die Atmosphäre war einfach wirklich bezaubernd und wunderbar. Dieser Abschluss des Tages hätte nicht schöner sein können. Wie Eleanor und Don in ihrem Begrüßungstext bei AirBnB schrieben, wir kamen als Fremde, aber haben sie als Freunde verlassen. Wir hatten bereichernde Gespräche und auch das Gebäude war einfach zauberhaft. Ein ca. 100 Jahre altes Farmgebäude, mit alten Wänden und Türen und seinem ganz eigenen Charme umgeben von nichts anderem als wilder Natur, Schafen und dem Huhn der beiden, das stets vor der Küchentür stand und hereingelassen werden wollte. Zwar fiel es uns teilweise etwas schwer, Don zu verstehen, da er sehr schnell und mit einer Art neuseeländischem Akzent sprach, aber allein ihm zuzusehen, wie er freudig erzählte und dabei ausgiebig seine Mimik und Gestik einsetzte, machte uns glücklich. Wir blickten auf eine benachbarte Pferdeherde und abends kam dann endlich die Sonne nochmal heraus und färbte den Himmel in ein zartes Rosa. Am nächsten Morgen erwartete uns ein köstliches und liebevoll hergerichtetes kontinentales Frühstück. Eleanor behandelte uns wie eine richtige Großmutter -„Nein danke, wir möchten kein Brot mehr“. Eleanor: „Oh doch, ihr habt einen langen Tag vor euch, esst.“ Ob wir das Brot noch gegessen haben? What a question… Zum Abschluss baten wir die beiden noch um ein Foto als Erinnerung. Es hätte nicht schöner sein können und wieder einmal sind wir einfach dankbar für die Begegnungen und neuen Freundschaften, die wir durch diese Reise gewinnen.

Bereit für Neues steuerten wir nun nochmals den Nugget Point an und besichtigten den weißen Leuchtturm auf dem hohen Fels, von dem aus wir einen sagenhaft schönen Blick hatten. Heute hatten wir tatsächlich auch schönes Wetter und sogar blauen Himmel. Nachdem wir unsere To-See Liste abgehakt hatten, fuhren wir entlang eines türkisfarbenen Flusses durch malerische Landschaften, kauften uns bei einem Farmer frische Kirschen und machten eine Pause am Fluss. Weiter ging es dann bis nach Clyde, einem kleinen Ort mit schönen alten Gebäuden. Wir aßen Lunch und machten einen Spaziergang in der inzwischen angenehmen, aber sonnenreichen Mittagshitze direkt am Fluss entlang. Gerade liegen wir bei unserer neuen AirBnB Unterkunft auf dem Bett, zu unseren Füßen Lucy, die Schäferhunddame der Gastgeber. Die Südinsel beginnt uns zunehmend zu bezaubern und wir sind gespannt, wie uns Queenstown gefallen wird, denn da geht es dann morgen hin.

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Wir sind gespannt und hoffen, Ihr seid es genauso.

Canan & Finn

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