Hello everybody,

die Zeit in englischsprachigen Ländern färbt deutlich auf uns ab. Mal abgesehen davon, dass wir schon anfangen, uns gegenseitig random auf Englisch anzusprechen, denken wir auch zum Teil auf englisch. Macht aber super Spaß, vor allem seit wir in Neuseeland sind und die Menschen auch wirklich GUTES Englisch sprechen und uns verstehen. Wir nähern uns den letzten Tagen in Neuseeland und versuchen, diese umso mehr auszukosten. Gerade sind wir im Norden, in Nelson angekommen, wo wir die nächsten 3 Tage in einer kleinen Wohnung mit Blick aufs Meer und Sonnenterrasse verbringen werden und uns jetzt schon riesig freuen! Aber immer der Reihe nach…

Die letzten Tage sind wir viel gefahren. Die Distanzen zwischen den Orten, die uns hier interessieren, sind auf der Südinsel deutlich länger als auf der Nordinsel. Dafür trifft man viel weniger Menschen auf der Südinsel an, da von den ca. 4,7 Millionen Einwohnern Neuseelands bereits 3,3 Millionen auf der Nordinsel leben. Der Rest erstreckt sich über die gesamte Südinsel, weshalb wir oft für Stunden durch dichten Wald oder wilde Natur gefahren sind, ohne Einwohner zu sehen. Auch mal ganz schön.

Am letzten Tag ging es für uns zum Doubtful Sound, ein Meeresarm im Fjordland Nationalpark. Er wird auch als „The Sound of Silence“ (Der Meeresarm der Stille) bezeichnet und beginnt etwa 46 km westlich von Te Anau. Er erstreckt sich über eine Länge von ca. 30 km westwärts zur Tasmansee hin, zu der er sich auf eine Breite von rund 4,2 km hin öffnet. Seine breiteste Stelle im Inland beträgt rund 2,5 km. Auf der Südinsel sind zwei Fjordlandschaften besonders beliebt. Der Doubtful Sound und der Milford Sound. Der Doubtful Sound ist jedoch ca. 10 mal so groß und sehr schwer erreichbar, da es einige Zeit und verschiedene Transportmittel in Anspruch nimmt, um dorthin zu gelangen. Den Milford Sound hingegen erreicht man direkt über eine Straße, weshalb Ausflüge dorthin auch um einiges günstiger und viel höher frequentiert sind. Wir entschieden uns aber genau deshalb, mehr Zeit in Kauf zu nehmen, um dafür ein ungestörteres Erlebnis zu haben und dabei weniger Menschen um uns herum. Außerdem gefällt uns der Gedanke, dass die Natur es dem Menschen schwerer macht, sie zu bewundern und man tatsächlich etwas tun muss, um sie bestaunen zu können. Unser Tagestrip sollte insgesamt 12 Stunden dauern, sodass es morgens um 7:20 Uhr in Queenstown mit dem Bus für zwei Stunden nach Manapouri ging. Wir wurden mit einem riesigen Reisebus abgeholt, saßen letztendlich aber nur mit einem weiteren deutschen Paar darin, sodass wir definitiv freie Platzwahl hatten. Dort angekommen, wechselten wir auf einen Katamaran, der uns über den See Manapouri brachte. Der Doubtful Sound gehört zu den regenreichsten Gebieten der Welt, es regnet hier an 200 Tagen im Jahr. Wir hofften natürlich auf schönes Wetter, um eventuell Delfine, Pinguine und Seelöwen erblicken zu können. Tja, die Wettergötter hatten anderes mit uns vor, sodass es in Strömen schüttete und wir wenig sahen draußen. Wie Ihr sicher bemerkt, haben wir ein richtig gutes Händchen, wenn es um gutes Wetter an schönen, aussichtsreichen Orten geht. Man erinnere sich an den nördlichsten Punkt Neuseelands auf der Nordinsel, Cape Reinga, wo der Nebel uns die Sicht komplett verdeckte. Aber, wir lassen uns so schnell nicht die Laune verderben und freuten uns trotzdem. Nach der Katamaran Überfahrt ging es für 45 Minuten weiter mit dem Bus durch die Regenwaldlandschaften des Fjordlandes. Da es soviel dort regnet, kommt eine beachtliche und besondere Vegetation zustande, die von den Menschen geschützt und unterstützt wird, genau wie die Erhaltung der Tierbestände. Wir fuhren durch die riesigen Regenwälder durch kurvige Berglandschaften und durch den vielen Regen entstanden unzählige Wasserfälle, die die Berge hinabfielen – ein spektakulärer Anblick, auch und vor allem bei Regen! Endlich ging dann unsere dreistündige Bootsfahrt durch den Doubtful Sound los, auf der wir noch mehr Wasserfälle bewundern konnten, die die Berge hinabflossen, sowie die hüglige Landschaft, die den See und die Meeresarme umgab. Canan bekam davon wenig mit, nickte sie doch immer wieder mit dem Kopf auf dem Tisch ein, wachte kurz auf, entschuldigte sich bei Finn für das viele Schlafen und nickte wieder weg. Leider hatte sie die klassische Seekrankheit erfasst, sodass ihr recht übel wurde und sie versuchte, dies mit Schlafen im Zaum zu halten. Kein Problem, die Tour war auch nur minimal teuer, aber schlafen ist bekanntlich ja wichtig. Finn wagte sich währenddessen mutig auf das Außendeck, machte Fotos und setzte sich den wilden Sprenkelungen der Wasserfälle aus. Kostenlos gab es heiße Schokolade, was super war, weil „heiß“ und „Schokolade“ immer eine gute Kombination ist. Nach Verstreichen der drei Stunden ging es dann den gesamten Weg wieder zurück: Bus, Katamaran und wieder Bus. Am Abend erreichten wir dann müde, aber trocken unser Zimmer. Es war eine tolle Erfahrung, auch wenn uns leider keine Tiere begegnet sind.

Die nächsten Tage waren sehr fahrtintensiv, da wir uns zu den Seen Wanaka, Pukaki und Tekapo begaben und dann Richtung Norden an der Westküste entlang fuhren. Die Seen waren wunderschön und beeindruckend. Vor allem Lake Pukaki hat uns umgehauen aufgrund seiner Farbe, einem strahlenden Türkis, das uns echt die Sprache raubte. So eine Farbe hatten wir in einem See noch nie gesehen und dieses Bild vor einem Panorama von Berglandschaften war einfach einzigartig und bereichernd. Lake Tekapo war auch schön, aber nach Pukaki konnte dieser uns nicht noch mehr in seinen Bann ziehen. Lake Wanaka hingegen hatte auch seinen eigenen Charme, mit seinem tiefdunkelblauen Wasser, den Wellen und seiner Lage vor den Bergen, bot auch er einen tollen Anblick. Wir fuhren weiter zum Wanaka Tree, einem Baum, der mitten im See steht und für Touristen ein beliebtes Fotoziel ist.

Dann ging es zur Westküste der Südinsel, von der wir bereits viel gehört hatten. Und wir können nur bestätigen, dass sie absolut schön ist und sich nochmals völlig von den Stränden der Nordinsel unterscheidet. Sie ist wild, ungebändigt und schön. Neben den Stränden durchquert man (Regen-)Wälder mit ausgetrockneten Flusstälern, die von Treibholz und Felsbrocken geziert werden. Wir würden mit der Westküste auf der Südinsel Adjektive wie mächtig, kraftvoll und wild assoziieren und es war schön, entlang davon zu fahren. Letzte Nacht kamen wir bei zwei Künstlern unter, die ein entzückendes, kunstvolles und sehr stylisches Haus haben umgeben von Natur. Wir hatten interessante Unterhaltungen, haben lange zusammen gesessen und am nächsten Morgen ein Andenken von Anne gekauft, über das wir uns riesig freuen. Vor allem, es zuhause zu platzieren und immer eine schöne Erinnerung damit zu verbinden. Es handelt sich um einen orangefarbenen Kissenbezug, auf den ein Hirsch genäht ist, der aus verschiedenen Stoffen und Materialien zusammengefügt wurde. Wir sind schlicht verliebt und freuen uns schon darauf, ihn zuhause zu dekorieren.

« 1 von 40 »

Die nächsten Tage werden sehr warm, da Nelson die Stadt mit den meisten Sonnentagen im Jahr ist. Es sind hier um die 27 Grad (weiter südlich waren es wie gesagt zum Teil nur 14 Grad), sodass wir ordentlich Sonne tanken wollen, vor allem Canan freut sich schon. Wir freuen uns auf die nächsten Tage und darauf, Euch bald von deren Inhalt zu berichten.

Bis dahin,

Eure

Canan & Finn

www.pdf24.org    Send article as PDF   

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.