An unserem letzten Tag in Taupo hatten wir uns vorgenommen, das Tongario Alpine Crossing zu machen. Es wird oft als die beste Tageswanderung Neuseelands beschrieben und das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, abenteuerlustig wie wir momentan sind.

Die Wanderung ist ca. 19km lang und führt durch eine faszinierende Vulkanlandschaft. Aber viel wichtiger für uns war, dass es als Drehort für die Herr der Ringe-Verfilmungen genutzt wurde. Genauer gesagt für die Landschaft von Mordor. Der Berg Ngauruhoe ist beispielsweise im Film als Mount Doom bekannt. Es ist jener Berg, den Frodo und Sam beschreiten, um den Ring zu vernichten. Laut Reiseführern liegt die durchschnittliche Dauer der Wanderung bei 8 Stunden. Wir mussten uns also ein wenig vorbereiten: Thermo-Sachen einpacken, genug Proviant vorbereiten, Shuttle zum Berg buchen, genug Sonnencreme einpacken, etc.

Leider war Canan noch gesundheitlich angeschlagen von unserer White Water Rafting Tour und so musste sie mit einer Erkältung und einer geschwollenen Nase zuhause bleiben. 

Das Alpine Crossing liegt im Tongario Nationalpark, der gute anderthalb Stunden von Taupo entfernt liegt. Wir haben uns also um halb 7 morgens losgemacht, um zeitig unsere Wanderung beginnen zu können. Da es sich wie gesagt um ein Crossing handelt, haben wir unser Auto am Ende der Tour stehen lassen und sind mit einem Shuttle zum Anfang gefahren.

Die Wanderung begann im Mangatepopo Valley und folgte zunächst einem Fluss aufwärts. Der Fluss führt durch alte Lavaströme ins Tal. Es war ein angenehmer Anfang und wir haben eine Stunde gebraucht bis wir zu den Soda Springs kamen. Dies ist ein kleiner, aber sehr schöner Wasserfall. Er fällt sehr auf, da in der sonst kargen Vulkanlandschaft hier viele Pflanzen anzutreffen sind. Nach einer kleinen Stärkung hieß es dann für uns den ersten Anstieg zu bewältigen. Angefangen bei 1150 Meter geht es nun hoch auf 1660 Meter. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Treppen und losen Steinen. Der Aufstieg wird gerne als „Devil‘s Staircase“ bezeichnet und wir haben so manche Menschen angetroffen, die das gerne bestätigten. Oben am South Crater angelangt, wird man dann aber mit einer traumhaften Aussicht auf die umliegende Region belohnt. Der South Crater liegt zwischen dem Mount Ngauruhoe und Mount Tongario.

Nach einer kurzen Verschnaufpause mit unseren unglaublichen leckeren Sandwiches hieß es: Aufstieg zum Red Crater. Von Treppen keine Spur mehr, sondern nur noch Steingeröll. Oben angelangt ist es der höchste Punkt des Crossings mit einer Höhe von 1886 Metern. Der Wind weht einem soweit oben kräftig um die Ohren und es lag ein Hauch von Schwefel in der Luft. Eine nette Erinnerung daran, dass der Krater, auf dem wir standen, durchaus noch aktiv ist. Der Abstieg vom Berg führt zu den Emerald Lakes. Ihre intensiv smaragdgrüne und namensgebende Farbe stammt von durchgesickerten Mineralien aus dem umliegenden Thermalfeld. Wirklich einzigartig und wunderschön. Es ist außerdem der Point of no Return, hieß für uns, „nur“ noch 10 km wandern.

Der weitere Weg führt über den Central Crater zum alten Vulkanschlot, in dem sich ein großer blauer See gebildet hat. Mittlerweile war es so windig, dass der Großteil der anderen Wanderer sich hinter Steinen in Schutz gebracht hat. Wir sind aber tapfer und standfest mit schräger Körperlage weitergewandert. Es ging über die Flanken des Nordkraters und es war ein verdammt langer Abstieg durch Tussockgras bewachsene Hänge. Der Wind hatte nachgelassen, aber die Sonne brannte mit voller Stärke auf uns hinab. Nach 2 Stunden kamen wir dann endlich in einen kühlen und grünen Wald, was für uns ein wirklich willkommener Kontrast zur kargen Vulkanlandschaft war.

Nach insgesamt 6 Stunden erreichten wir dann unser Auto. Es war ein wirklich toller Tag bei bestem Wetter mit einer traumhaften Aussicht. Zur Belohnung und Erholung unserer Beine sind wir abends zu geothermalen Pools gefahren und haben dort bei 40 Grad Wassertemperatur den Abend gemütlich und entspannt ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen hieß es dann für uns Abschied von Dom, Nick und Taupo zu nehmen, was uns nach den tollen Tagen dort wirklich schwer fiel. Aus einer lockeren Bekanntschaft in Bali wurde eine wirklich enge Freundschaft. Dom plant dieses Jahr im Herbst nach Deutschland zu kommen und wir hoffen sehr, dass dies klappt.

Für uns ging es dann für einen kurzen Abstecher nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands. Eine wirklich coole, lockere Stadt mit Streetart, interessanter Architektur und einer lebendigen, alternativen Einkausmeile. Nachdem wir einen Nachmittag dort verbracht haben und die Stadt ein wenig erkundeten, ging es wieder Richtung Norden. Dieses Mal nach Hamilton zu Tim, einem Freund von Dom, den wir an Silvester kennenlernten und der uns einlud, bei ihm zu übernachten. Die Gastfreundschaft, die wir hier in Neuseeland erfahren, ist wirklich einzigartig. Obwohl man sich kaum kennt, wird einem mit ehrlicher Absicht ein Platz zum Schlafen angeboten mit einer Selbstverständlichkeit, die wir ehrlich gesagt oft aus Deutschland nicht kennen. Umso gerne haben wir das Angebot angenommen.

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Das wars erstmal soweit,

Canan & Finn

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