Einen sonnigen Guten Morgen,

die Tage in Nelson bisher waren sehr schön und ausgeglichen entspannt sowie aktiv. Nachdem wir in unserer wirklich schönen AirBnB Ankunft ankamen, die wir für drei Nächte gebucht hatten, haben wir uns erstmal eingerichtet und abends Serien geguckt. Am Mittwoch sollte es super Wetter werden, Sonnenschein und bis zu 30 Grad, weshalb wir uns vorgenommen hatten, den Tag entspannt anzugehen. Das lag zum einen daran, dass wir eine neue Stadt mal wieder in Ruhe auf uns wirken lassen wollten und wir andererseits ziemlich erschöpft waren von den fahrintensiven Tagen zuvor. Und was tankt den Geist und die Seele am besten mit neuer Energie auf, als Sonnenschein und Gemütlichkeit?

Nach ergiebigem Ausschlafen (zumindest für Canan, Finn wacht immer schon gegen 8 Uhr morgens auf, wenn er denn mal ausschlafen könnte), machte Finn sich auf zum Friseur für einen freshen Haarschnitt, während sich Canan auf dem Sonnendeck in die Sonne schmiss (jaja MIT Sonnencreme natürlich…). Mittags brachen wir auf in die Stadt, wo wir eine kleine Mission erledigen wollten. Da wir beschlossen hatten, nicht mehr zu zelten, wollten wir etwas Sinnvolles mit unserem Camping Equipment machen und entschieden, dass wir dieses gerne spenden würden. Sicherlich hätten wir irgendwo und irgendwie noch was rausschlagen können dafür, aber um ehrlich zu sein fanden wir den Gedanken viel schöner, dass es an Leute geht, die sich darüber freuen werden. Wir betraten einen Red Cross Shop in der Stadtmitte und da wir uns zur Abwechslung mal etwas schicker angezogen hatten, wurden wir von den Damen dort erst einmal unsicher beäugt. Dies legte sich aber binnen Sekunden, nachdem wir ihnen mitgeteilt haben, weshalb wir gekommen waren. Auf die Frage, ob wir das dort einfach abgeben könnten, nickte eine der Damen eifrig und mit einem riesigen Lächeln im Gesicht. Für uns viel mehr wert, als alles Geld, das wir dafür noch hätten bekommen können. Wir betraten kurz darauf mit vollgepackt den Shop und übergaben ihnen unsere gesamte Campingausrüstung: Das Zelt, die beiden Schlafsäcke, die aufblasbare Luftmatratze, die Luftpumpe und die beiden Campingstühle. Da wir die Sachen ja erst vor ca. 4-5 Wochen gekauft haben, befinden sie sich in einem wirklich guten Zustand und wir freuen uns von Herzen, dass sie einem neuen Besitzer, vielleicht sogar einer kleinen Familie noch Freude bereiten werden. Nach diesem Ereignis, das uns beide mit tiefer Zufriedenheit erfüllte, schlenderten wir ein bisschen durch die Innenstadt von Nelson, die sich als sehr schön herausstellte, mit vielen interessanten Geschäften und einer erneut sehr ansehnlichen Architektur. Wir aßen im Café DeVille Lunch und genossen unseren Gemüse-Halloumi Burger in vollen Zügen, so lecker und das ohne Fleisch.

Heute stand uns ein aktiver und naturreicher Tag bevor, denn es ging in den nicht weit entfernten und sehr bekannten Abel Tasman Nationalpark, ein Naturschutzgebiet an der Nordküste von Neuseelands Südinsel. Er ist für den ca. 60 km langen Abel Tasman Coast Track bekannt, einen langen Wanderweg, der über Berge und an Stränden entlangführt und dessen Route man mittels Wassertaxis beliebig abkürzen kann. Ein anderer Ort, den wir gerne besichtigen wollten, betrifft mal wieder einen Drehort von „Der kleine Hobbit“ – man kennt uns.

Wir starteten also morgens hier und machten uns für drei Stunden auf den Weg zum Anapai Strand mitten im Nationalpark, der sehr schön sein sollte und von dem aus man bereits Orcas gesehen haben soll. Wir wanderten dorthin und brauchten für Hin- und Rückweg ca. 90 Minuten. Der Weg führte durch den dicht bewachsenen Wald, entlang eines kleinen Baches und schließlich zum Strand. Da wir heute glücklicherweise nicht strahlenden Sonnenschein hatten, war es angenehm kühl und wir setzten uns auf ein Stück Treibholz, um den salzigen Meeresgeruch in uns aufzunehmen. Leider sahen wir keine außergewöhnlichen Tiere, schon gar keine Orcas, aber das war nicht weiter schlimm für uns. Der Anblick der Wellen und Möwen reichte uns vollkommen aus. Als wir uns wieder auf den Rückweg zum Auto begeben wollten, fiel uns auf, dass die Flut nahte und unser Durchgang bereits zu Teilen geflutet war. Geschickt planten wir abzuwarten, bis keine Welle kam, der Sand demnach nicht geflutet wurde und dann schnell zu versuchen, vorbei zu rennen. Tja, leichter gesagt als getan, denn dieser Moment kam nicht, weshalb wir an einem willkürlich gewählten Moment riefen „ok wir machens jetzt.“ Natürlich genau dann, als sich eine riesige Welle dem Strand näherte und alles flutete. Wir rannten also in unseren Sneakern durch das frisch aufgespülte Meereswasser und kamen auf der anderen Seite mit triefend nassen Schuhen und Strümpfen an. Mit hohem Wasserstand in den Schuhen wanderten wir dann zurück. Auch eine interessante Erfahrung, Finns Schuhe quietschten harmonisch im Schritt mit, während Canans Füße einfach stillschweigend im Nassen standen. Wären es 30 Grad und purer Sonnenschein gewesen, eine sehr willkommene Abühlung, bei bedecktem Himmel eher semi angenehm. Aber wozu gibt es Fußheizungen im Auto?

Nach einem Mittagessen, Lachsquiche und ein Salat, ging es dann weiter zur sogenannten Canaan Road, die wir natürlich aufgrund des Namens besuchen MUSSTEN. Wir fuhren einen sehr langen und sehr schmalen Schotterweg entlang, bis wir an unserem Ziel ankamen. Von dort aus ging es nochmal etwa 10 Minuten zu Fuß und dank Finns hervorragenden Orientierungsvermögens fanden wir den Drehort auf Anhieb, der uns schlicht verzauberte. Geschützt von einem dezenten Zaun erstreckte sich eine idyllische Graslandschaft mit großen Bäumen, einem inzwischen ausgetrockneten Bach und hohen Wiesen vor uns. Er lag in absoluter Stille, nur Vogelgezwitscher war zu vernehmen und auch vom benachbarten DOC (kostenlos) Campingplatz drang nur Stille zu uns hinüber. Sehr beruhigend und ein schöner Abschluss für unsere Filmdrehorte – fürs Nächte, vielleicht entdecken wir in unserem kleinen Büchlein ja noch ein paar auf dem Weg zurück nach Christchurch.

Nun sind wir zuhause angekommen, packen ein bisschen und haben uns was Neues gekocht. Wir haben nämlich heute mal unsere Kreativität spielen lassen und Pasta mit Baked Beans von Heinz gekocht. Beides musste vor unserem Rückweg noch gegessen werden. Ja, auch wir waren sehr gespannt und müssen als Fazit sagen, dass diese kleine kulinarische Schweinerei uns nicht enttäuscht hat.

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Morgen geht es weiter südlich, wir nähern uns wieder Christchurch, wo wir am 27.02. dann losfliegen auf die Nordinsel nach Auckland. Die Zeit rennt, aber das beunruhigt uns nicht im Geringsten, da wir uns auch sehr auf Deutschland, Holland und unsere freie Zeit dort freuen.

Eure,

Canan & Finn

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Ein Kommentar

  1. Liebe Globetrotter,
    eure lange Reise neigt sich dem Ende zu. Ihr habt viel Schönes gesehen, Erfahrungen gesammelt und interessante Eindrücke gewonnen.
    Es war schön, dass wir an euren Erlebnissen teilhaben konnten. Ihr habt überaus spannend berichtet, es war eine Freude, eure BLOGS zu lesen.
    Nun wünsche ich euch zum Abschluß eine gute Rückreise und fröhliches Eintauchen in die Heimat
    eure Renate.

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