Ihr Lieben,

was für ein Tag. Wir schreiben also Dienstag, den 15. Januar 2019. Wir wachen morgens auf, Finn springt früh aus dem Bett und meint, wir müssen so gegen 10 Uhr unser AirBnB verlassen. Canan fragt sich nur: Warum? Wir haben für den Tag doch nur vor nach Queenstown zu fahren und uns die Stadt erstmal in Ruhe anzusehen. Wir machen uns also fertig und Canan will ihre kurze, unschicke Sporthose anziehen, da es in Queenstown um die 25 Grad und Sonnenschein werden soll. Kurz davor deutet Finn aber an, dass es eine gute Idee wäre, eine lange Hose anzuziehen, da er eine Überraschung geplant habe. Canan, direkt in Vorfreude versetzt, musste erstmal von Finn gebremst werden. Er sagte ihr, dass es nichts wirklich großes sei und Dom ihm einfach was empfohlen habe. Es sei auch nichts super Sportliches, sondern was Schönes und eher Entspanntes. Canan freute sich also noch mehr.

Wir begaben uns auf den Weg zur Überraschung, Canan fuhr, da Finn nochmal telefonieren musste mit den ominösen Unbekannten der Überraschung. Geplant war, dass wir um 11.30 Uhr an einem Ort in Queenstown abgeholt werden würden. Nach dem Telefonat erfuhren wir aber, dass dies nach hinten verschoben wird, weshalb Finn ab diesem Moment etwas aufgeregt war und hoffte, dass es noch klappt. Canan machte sich da gar nicht so richtig Gedanken drum, blieb aber gespannt. Mit der dazu gewonnenen Zeit erkundeten wir ein paar Geschäfte in Queenstown und machten uns eine schöne, aber relativ kurze Zeit, da es wenig später zum Überraschungsort ging. Dort angekommen, lasen wir das Schild: Helikopter. Canan merkte also, worum es ging und freute sich umso mehr, da es auch für sie der erste Helikopterflug war und wir sowieso einen Flug über den Franz Josef Gletscher weiter nördlich der Südinsel geplant hatten. Wir setzten uns hin, da wir noch auf ein Paar warten mussten, das uns begleiten würde. Dieses erreichte auch wenig später den Helikopterlandeplatz, sodass es nach einer kurzen Einweisung in den Helikopter ging. Da die freundliche Dame, die Canan sehr nett anlächelte, sagte, es würde 2 Stunden dauern, überlegte Canan, ob sie sich noch etwas zu Essen aus dem Auto holen solle, was Finn jedoch mit den Worten „das schaffst du schon“ verneinte. Man sollte meinen, er wisse nach vier Jahren, wie schnell Canan kurz vorm Verhungern steht…

Der Flug in einem Helikopter fühlt sich ganz anders an als mit dem Flugzeug, etwas wackeliger aber auch genussvoller, da der Helikopter langsamer fliegt und man die Umgebung in Ruhe in sich aufnehmen kann. Es bot sich uns ein sagenhafter Ausblick auf Bergspitzen und grüne Täler, durch die dünne Flusslinien verliefen. Einfach toll! Wir landeten auf einer grünen Fläche inmitten eines Tales zwischen hohen Bergen und einem Gletscher, aus dem einige schmale natürliche Wasserfälle liefen. Ein traumhafter Anblick! Wie Canan erfuhr, wurde hier für „Der kleine Hobbit“ gedreht, was alles noch viel schöner machte. Wir erfuhren weiterhin, dass unsere Helikoptergesellschaft die einzige mit Landeerlaubnis für diese Stelle sei. Der Ort verband so vieles miteinander: Berge, Wasser und einen Drehort unseres Lieblingsfilmes. Dazu die dicken Eisschichten auf der Gletscherspitze. Wir sprachen erst gestern darüber, ob wir Berge oder das Meer bevorzugen würden und kamen zu dem Entschluss, dass man dies nicht so einfach entscheiden könne. Dieser Ort, an dem wir uns nun befanden, vereinte beides und wurde dadurch perfekt.

Wir bekamen eine Stunde, um die Gegend zu erkunden und Finn stürmte vor Richtung Gletscher. Canan, leicht erstaunt und irritiert von Finns Geschwindigkeit, folgte ihm. Er baute das Stativ auf und schlug vor, Fotos vor dem Gletscher zu machen – natürlich hatte Canan dagegen nichts einzuwenden. Er justierte alles und kam auf Canan zugelaufen. Ab hier schildern wir alles aus Canans Perspektive:

Finn fummelte etwas ungeschickt am Stativ rum und ich dachte erst, seine Hände würden ein wenig zittern. Er kam dann auf mich zugerannt und wir machten ein paar Fotos. Nachdem er nochmals hinrannte und wieder zu mir zurückkam, wirkte er nervös. Wir legten die Arme umeinander und ich spürte, wie unglaublich schnell sein Herz schlug. Ich begann etwas zu ahnen, aber da fing er bereits an mir zu sagen, wie sehr er mich liebe und dass er seit Tag 1 glücklich mit mir sei und dies gerne für den Rest seines Lebens mit mir sein wolle. Er sprach etwas wirr und plötzlich bekam er Tränen in den Augen. In dem Moment schaltete mein irritierter und langsamer Kopf und auch ich bekam Tränen in den Augen. Wir standen uns inzwischen gegenüber, hielten unsere Hände und sahen uns mit Tränen in den Augen glücklich an. Kurz darauf kniete er sich vor mich, wühlte in dem Rucksack, den er neben sich gelegt hatte, herum und zog unser schwarzes quadratisches Auslandsladegerät heraus. Mit einem „Oh mist, wo ist es denn“ entschuldigte er sich kurz und aufgeregt bei mir. Ich antwortete nur mit „kein Ding“ und wie immer gelang es uns, die Situation lustig auszufüllen. Nachdem er fündig wurde, hielt er ein kleines schwarzes Kästchen in den Händen und fragte mich: „Willst du meine Frau werden?“ Wie in schnulzigen Liebesfilmen stammelte ich erstmal nur vor mich hin, nickte mit den Händen vorm Mund und brachte dann ein „Ja“ heraus. Wir fielen uns direkt und lange in die Arme und es war eine dieser Umarmungen, die innig und liebevoll sind. Erst danach schaute ich tatsächlich ins Kästchen und erblickte einen wunderschönen silberfarbenen Ring mit einem bezaubernd strahlenden Diamanten. Ich war direkt hin und weg und verliebt und wusste, genau so hatte ich mir einen Ring immer vorgestellt. (Good boy, Finn.) Er schob ihn mir an den Ringfinger und ich glaube wir waren beide sehr erleichtert, als er auf meinen wurstigen (ich hab ziemlich dicke Fingerchen) passte. Danach machte er eine siegende Pose und rannte zur Kamera, denn: Er hatte die ganze Szene als Video aufgenommen. Wir kehrten zu den anderen zurück und Finn erzählte mir, dass er den Beiden gesagt hatte, dass er eine Überraschung für mich plane, als ich unten im Tal auf die Toilette ging. Wir teilten beiden aufgeregt mit, dass wir verlobt seien und sie fielen uns freudig und beglückwünschend in die Arme. Auch der Pilot gratulierte uns und meinte, es sei nun Zeit für das Picknick. Ich, aus allen Wolken gefallen, konnte mein Glück echt nicht fassen. Finn erzählte mir mit einem breiten Grinsen auf den Lippen, dass es ein italienisches Picknick sei mit Käse, Wurst, Baguette, Oliven, Weintrauben und leckeren Dips. Wir nahmen auf der für uns vorbereiteten Decke Platz und ließen es uns mit dem Essen und einer Flasche Champagner gut gehen. Wir ließen die vergangenen Minuten Revue passieren, lachten über Finns Aufregung und meine Unwissenheit und erfreuten uns an dem sonnigen Tag. Ich fand es mehr als bewundernswert, wie lange und wie detailliert Finn alles geplant und vorbereitet hatte. Er war einfach unendlich glücklich, dass alles geklappt hatte und fragte nochmal, ob ich eigentlich richtig „Ja“ gesagt hätte, da er sich an das Gespräch nicht mehr richtig erinnern konnte vor Aufregung. Da ich selbst so nervös und emotional war, ging es mir ähnlich, aber ich wusste eins sicher, dass ich „Ja“ gesagt hatte.

Danach ging es wieder zurück ins Tal. Die Vorfreude, nun auf einen Zeltplatz zu fahren, war zwar eher semi da, aber ich stellte mir schon vor, wie wir den Rest Champagner im Zelt gemütlich trinken würden. Finn hatte aber anderes mit uns vor, da er im Auto meinte, es sei noch nicht die letzte Überraschung gewesen, er habe noch eine weitere. Völlig hysterisch und aufgeregt quickte ich: UNTERKUNFT? Er nickte nur und ich bin fast gestorben vor emotionalem Auf und Ab. Wir fuhren hin, ich wusste nicht wohin es ging, aber ich wusste, wenn Finn etwas plant, wird es immer gut und stilvoll, also konnte ich es kaum aushalten vor Spannung. Dann erreichten wir es: Das Hilton, direkt am See Wakatipu in Queenstown gelegen und super schick. Wir kamen in unserem komplett schmutzigen, alten Toyota Yaris und mit unseren Backpacker Rucksäcken an… Er teilte mir mit, wir würden hier für zwei Nächte bleiben und uns würde eine Massage und ein Wellnesstag am nächsten Tag erwarten. Ich, noch baffer, als eh schon, war einfach nur sprachlos, ich mein echt sprachlos. Was mich so erstaunte, war, dass ich einfach absolut KEINEN Schimmer von alledem hatte und nichts mitbekommen hatte in den Tagen zuvor. Nach und nach ergab aber alles einen Sinn und ich setze immer noch Puzzle Teile zusammen. Ein echter Künstler dieser Finn und nun mein Verlobter. Klingt so erwachsen und ungewohnt, vor allem weil ich mich innerlich echt nicht so richtig erwachsen fühle, aber es ist ein tolles Gefühl und uns kommt derzeit so viel Liebe von Freunden und Familie entgegen, die uns echt umhaut und erfüllt. Wir liegen gerade im Bett in unserem Hotelzimmer, schreiben den Blogeintrag, der wohl der emotionalste von allen ist. Wir blicken auf unseren Balkon und den Ausblick auf den inzwischen dunklen See, trinken Rotwein und hatten ein fabelhaftes Abendessen auf dem Zimmer. Wie so oft hier in Neuseeland können wir überzeugt sagen: Wir sind glücklich. Wir haben den Tag als Freund und Freundin begonnen und schließen ihn zufrieden und wie frisch verliebt als Verlobter und Verlobte ab.

Wir beide wissen, dass wir großes Glück haben, einander gefunden zu haben. Und es ist schön einen Menschen zu finden, mit dem man so vieles und facettenreiches teilen kann. Der 15.01.2019 ist zu einem sehr besonderen und emotionalen Tag geworden und ich könnte Finn nicht dankbarer dafür sein, wieviel Liebe er in diese Planung für mich gesteckt hat, in dem Wissen, dass ich in jedes einzelne Detail verliebt sein würde.

« 1 von 34 »

Mit unendlich viel Liebe aus Neuseeland

Eure

Canan & Finn

www.pdf24.org    Send article as PDF   

3 Kommentare

  1. All meine Liebe ist bei euch. Willkommen Canan in unserer Familie, wir freuen uns über den Antrag und sind so glücklich. Natürlich können wir es gar nicht mehr erwarten, euch wieder zu sehen und zählen die Tage. Wir lieben euch beide und wünschen euch für das große Abenteuer Leben alles erdenklich Gute und Liebe und auch Gottes Segen. ❤

  2. Ach ich muss so heulen …. das sind die Schwangerschaftshormone… ganz sicher !
    Ich freue mich so für euch ! Ihr seid auch einfach für einander bestimmt !
    Einfach wunderschön ❤️
    Und echt super romantisch Finn ! Und noch schöner das ihr es euch immer wieder ansehen könnt ! Ich drücke euch ganz fest !

  3. Was fur eine wunderschone Nachricht. Ich freue mich so fur euch zwei.
    Congratulation you two. You are perfect for each other, I thought so from the moment I met Finn.
    Love you lot’s.
    Hanna

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.